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Rede ist Selbstdarstellung

Gute Redner erzählen von sich persönlich

 


Helmut Schmidt hat einmal gesagt, ein Politiker müsse auch ein Schauspieler sein. Ich halte das für übertrieben. Richtig ist aber, daß ein Politiker - und nicht nur der, sondern jeder, der öffentlich Wirkung erzeugen will, also auch jeder andere Redner in der Öffentlichkeit - sich selbst darstellen, präsentieren können muß. Präsentation seiner selbst gehört also ebenso mit zum rhetorischen Handwerk. Wie man dazu eine PowerPoint Präsentation nutzen kann, können Sie sich hier anschauen. PowerPoint Präsentation

Um sich selbst gut darzustellen ist es nicht von Vorteil, über sich und seine guten Qualitäten zu sprechen. Das wirkt überheblich und selbstgefällig. Ausschlaggebend ist auch hierin wiederum die Selbstbescheidung und der Gestik, die eigene innere Haltung, die sichtbar wird, sowie das Maß, in welchem dies alles geschieht. Man stellt sich selbst am besten dar durch Glaubwürdigkeit. Man kann z. B. darstellen, daß man gewillt ist, etwas durchzusetzen, den eigenen und eingeschlagenen Weg gegen Widerstände und selbst gegen Mehrheiten beharrlich weiterzuverfolgen (auch sogenannte ‘unpopuläre’ Entscheidungen bringen oft große Akzeptanz). Vermeiden Sie beim Reden allerdings Denglisch Wörter zu benutzen.

Beharrlichkeit ist eine individuelle Eigenschaft. Ebenso gibt es weitere individuelle Eigenschaften, die man darstellen kann (soweit man sie tatsächlich besitzt): Kraft, Mut, Souveränität, Glaubhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit usw., verständlicherweise alles positive Eigenschaften. Im Schauspiel, in einer Charakterrolle etwa, sind dagegen auch negative Eigenschaften darstellbar, sie gehören ja ggf. zur Rolle, zum Charakter dessen der dargestellt wird. Auch ein Kabarettist, ein Satiriker kann in die Rolle eines Bösen schlüpfen. Deswegen ist die Charakterisierung eines Politikers auch als der eines Schauspielers ja übertrieben.

Als Redner Lampenfieber zu haben, ist am Anfang normal. Wer sich als Redner jedoch selbst negativ darstellt, darf sich nicht wundern über Ablehnung; darin liegt andererseits aber nicht die größte Gefahr für einem selbst, größer ist die Gefahr, sich selbst als zu großartig, zu wissend, zu überragend darzustellen. Sich selbst positiv darzustellen darf auch nicht heißen, seine negativen Eigenschaften zu verleugnen, das wirkt unglaubhaft. Seine eigene Fehlerhaftigkeit, auch eigenes Nichtwissen zuzugeben macht eher glaubhaft, sympathisch. Jedem Menschen - somit auch sich selbst - darf man unterstellen, negative Eigenschaften zwar zu haben, sie jedoch zu bekämpfen, um neue Einsichten bemüht, lernfähig zu sein. Zur guten Selbstdarstellung gehören aber nicht nur persönliche Eigenschaften, sondern ebenso persönliche Vorhaben, etwa politisches Handeln, Engagement für die Sache, die man öffentlich vertritt in seiner Rede. Auch gehören dazu persönliche Überzeugungen, Moral, Ethik, Philosophie und ähnliche Kategorien.

Viele haben Schwierigkeiten damit, Themen aus ihrem eigenen Leben zu bringen. Sie fürchten, sich damit zu sehr vor den Anderen zu offenbaren. Wer redet muß sich aber offenbaren. Auch bei einem Referat. Er offenbart sich ja auch, wenn er Unwichtiges erzählt, schon durch seine Erscheinung: sein Körper spricht, seine Diktion verrät ihn, seine Ängste werden sichtbar, er Wählen Sie beim Referat ein Thema aus Ihrem Leben

  • Sprechen Sie aus Ihrem Herzen - nicht aus Büchern

 

Rhetorik

 

Letztes Update: 3. Dezember 2017